Vor der Krisensitzung zum neuen Hauptstadtflughafen an diesem Mittwoch ist die Zukunft von Geschäftsführer Karsten Mühlenfeld offen.

Im Streit um die Auswechselung des BER-Bauleiters will der Aufsichtsrat den Manager zur Rede stellen. Ungewiss ist, ob die Kontrolleure Mühlenfeld ablösen oder ihn lediglich in die Schranken weisen. Eine klare Mehrheit für eine Entlassung zeichnete sich vorab jedenfalls nicht ab.

Mühlenfeld hatte wegen andauernder Technik- und Terminprobleme beim Bau des drittgrößten deutschen Flughafens den obersten Bauleiter Jörg Marks abgelöst - allerdings gegen ausdrückliche Bedenken des Präsidialausschusses, in dem Berlin, Brandenburg und der Bund als Eigentümer sowie die Arbeitnehmerseite vertreten sind.

Der Bund sorgte daraufhin für die Sondersitzung. Das Verkehrsministerium gab keine Antwort auf die Frage, ob Mühlenfeld noch das Vertrauen des Bundes genieße. Auch das Land Berlin hält sich bedeckt, hatte jedoch ebenfalls Interesse an der Sondersitzung bekundet.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke warnte vor den Folgen einer Entlassung. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Rauswurf von Herrn Mühlenfeld das Projekt beschleunigt», sagte der SPD-Politiker den «Potsdamer Neuesten Nachrichten» (Dienstag).

Abwartend äußerte sich die Arbeitnehmerseite, die 10 der 20 Mandate in dem Kontrollgremium hält. «Erst einmal in Ruhe analysieren, sachlich diskutieren, schlussfolgern und gegebenenfalls notwendige und angemessene Konsequenzen ziehen», sagte ein Mitglied im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.