Brandattacke gegen Schlafenden – 38-Jähriger belastet Mitangeklagten

 

Berlin – Weil sie die Kleidung eines schlafenden Bekannten angezündet und ihn schwer verletzt haben sollen, stehen zwei Männer seit Donnerstag vor dem Berliner Landgericht. Ein 38-Jähriger wies den Vorwurf zu Prozessbeginn zurück und belastete den Mitangeklagten. Es sei der 23-Jährige gewesen, der bei dem Geschehen im Mai 2018 am Berliner Alexanderplatz erst ein Hosenbein und dann das Hemd des auf einer Bank schlafenden Zechkumpans angezündet habe. Er selbst habe Saft über die Hose des Geschädigten gegossen, so der 38-Jährige. Der Mitangeklagte schwieg zunächst.

Der 45 Jahre alte Geschädigte, der obdachlos gewesen sein soll, hatte großflächige Verbrennungen zweiten und dritten Grades erlitten. Laut Anklage sind «Folgeschäden zu erwarten». Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Angeklagten, die wie das Opfer aus Polen stammen, schwere und gefährliche Körperverletzung vor.

Der 38-Jährige sagte weiter, der Geschädigte sei für ihn ein «guter Kumpel» gewesen, mit dem er damals mehrfach gezecht habe. «Ich fühle mich schuldig, dass ihm solches Leid zugefügt wurde in meiner Gegenwart.» Der 23-Jährige habe den auf der Bank Schlafenden wecken wollen. «Es sah aus wie ein dummer Scherz.» Drei Mal habe sich der Mitangeklagte mit einem Feuerzeug an dem 45-Jährigen zu schaffen gemacht. «Es glimmte nur, Flammen sah ich nicht», sagte der 38-Jährige. «Mit schien, dass ich jedes Mal mit Saft gelöscht hatte.» Der Prozess wird am 13. Dezember fortgesetzt.







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