Hildegard Knef: Ikone mit Swag und literarischem Talent
Berlin (dpa) - Ein so reiches Leben wie das von Hildegard Knef auf eineinhalb Stunden zu bannen, ist eigentlich eine Unmöglichkeit. Man könnte sich gut eine Serie vorstellen, die die vielen Kapitel im Leben der schillernden Sängerin, Schauspielerin und Autorin beleuchtet.
Knef war der erste deutsche Nachkriegs-Filmstar.
Der neue Kinofilm «Ich will alles. Hildegard Knef» gibt zumindest Einblick in einiges, was ihr Leben ausmachte. Regisseurin Luzia Schmid erzählt vom Aufwachsen Knefs im Berlin der Kriegs-Zeit, ihren Schauspiel-, Gesangs- und Literatur-Erfolgen, privatem Glück und Rückschlägen.
Der Film, an dem Knefs Tochter Tinta und ihr letzter Ehemann Paul von Schell beteiligt sind, gibt allen, die noch nicht viel über Knef wussten, interessante Einblicke. Fans können in alten Konzert-Aufnahmen und Interviews schwelgen. Viele dürfte der Film mit Ohrwürmern und der Motivation zurücklassen, sich eingehender mit dem Leben und Werk «der Knef» zu befassen. Mit ihrer rauchigen Stimme und cleveren Liedtexten wurde Knef zur unverwechselbaren Chanson-Sängerin. Der Film startet mit einer Konzert-Aufnahme ihres größten Hits «Für mich soll’s rote Rosen regnen». Knef singt im Paillettenkleid und ihren charakteristisch schwer hängenden Kunstwimpern. Nicht nur in dieser Szene wird deutlich: Knef, gerne mit einer Zigarette im Mundwinkel und übergroßen Brillen auf, hatte das, was man heute «Swag» nennen würde - eine lässige, einzigartige Ausstrahlung.Eine Sängerin mit literarischem Talent